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Rechnet sich ein Mini-Solar-Kraftwerk?

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Geld regiert die Welt

Es gibt viele gute Gründe, sich ein Mini-Solar-Kraftwerk anzuschaffen. Wir haben an anderer Stelle auch schon eine ganze Reihe zusammengetragen. Allerdings, da muss man sich gar nichts vormachen, spielen häufig auch finanzielle Überlegungen eine Rolle:

Die Strompreise sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen und Klein- und Normalverbraucher sind durch die hohen Grundkosten besonders stark belastet. Da ist der Entschluss zur Selbstversorgung schnell gefasst. Mini-Solar-Kraftwerke bieten hierfür ein ideales Mittel. Sie sind leicht, flexibel und günstig und können mit sehr geringem Aufwand bereits einen guten Teil des Strombedarfs abdecken.

Allerdings werden von unterschiedlichen Stellen ganz verschiedene Ergebnisse bei der Berechnung der Rentabilität von Mini-Solar-Kraftwerken erzielt. Während manche Anbieter von einer Amortisierung der Kraftwerke nach fünf bis sechs Jahren ausgehen, prognostizieren andere über zehn Jahre bis die Anschaffungskosten wieder erwirtschaftet sind. Diese Diskrepanzen sind leicht verständlich, wenn man sich vor Augen führt, wie komplex die Grundlagen für diese Berechnungen sind.
Zunächst einmal ist bei vielen Kraftwerken eine Lebensdauer von über 20 Jahren zu erwarten. Wer weiß schon, wie der Strompreis sich bis dahin entwickelt? Dann kann man Mini-Solar-Kraftwerke ganz unterschiedlich betreiben. In welchem Neigungswinkel wird das Gerät angebracht? Tritt im Tages- oder Jahresverlauf eine Verschattung ein? Handelt es sich um eine Süd- oder Ost-West-Ausrichtung?  Auf welchem Breitengrad wird das Kraftwerk betrieben? Und welche Eigenverbrauchsquote bekommt man hin? All dies sind Variablen, die in die Berechnung einfließen sollten. Nicht alle Kalkulationen und Diagramme ,die man gemeinhin im Netz oder in Herstellerbroschüren findet, machen sich diese Mühe. Wir haben sie uns für dich gemacht! Hier die Ergebnisse:

Stromkosten

Wenn man die Energiekonzerne mit den ständig steigenden Strompreisen konfrontiert, dann bekommt man häufig zu hören, dass hauptsächlich die gesetzlich vorgeschriebenen Steuern und Abgaben daran schuld seien. Tatsächlich liegt Deutschland bei selbigen weit über dem europäischen Durchschnitt und sie steigen seit Jahren kontinuierlich.

Quelle: Strom-Magazin.de

Das ist aus mehreren Gründen unerfreulich:

  • Man mag es etwa befremdlich finden, dass stromintensive Industrien von einem guten Teil dieser Abgaben befreit sind, obwohl sie einen übergroßen Anteil zum Klimawandel beitragen, der durch die mit eben diesen Abgaben finanzierte Energiewende bekämpft werden soll.
  • Auch kann man sich ganz hervorragend darüber echauffieren, dass der Innovationsvorsprung, den die durch diese Abgaben finanzierte Forschung und Entwicklung in Deutschland errungen hatte, durch die EEG Novelle der schwarz-gelben Bundesregierung von 2012 nachhaltig zerstört wurde. Solarfirmen gingen reihenweise insolvent und die Vermarktung der deutschen Patente inklusive Arbeitsplätzen, Umsätze und Steuereinnahmen wanderte mehr oder weniger legal nach Fernost ab.
  • Zudem ist es ein Eklat, dass das EEG-Umlagekonto seit Jahren einen immer größeren Überschuss aufbaut, da die Abgabe für den Verbraucher steigt, die Förderung von Solaranlagen aber sinkt und bei älteren Anlagen nun allmählich vollständig ausläuft. Das bedeutet konkret, dass immer größere Milliardenbeträge, die in die Förderung des Solarausbaus fließen könnten, stattdessen einfach herumliegen. Mehr noch: Da die Verzinsung dieses Guthabens an den europäischen Referenzzinssatz Euribor gebunden ist und dieser wiederum aufgrund der europäischen Niedrigzinspolitik negativ ist, muss der Verbraucher absolut widersinnig auf das Guthaben Negativzinsen bezahlen! Alleine im ersten Halbjahr 2017 betrugen diese 820.000€!
  • Letztlich ist das EEG heute sogar ein Hemmschuh für den Solarausbau geworden, denn durch die EEG-Belastung von selbst verbrauchtem Strom, der sogenannten "Sonnensteuer", ist der Eigenverbrauch unattraktiv geworden. Begründet wurde die Sonnensteuer mit einer "Entsolidarisierung": Durch den Eigenverbrauch würden sich Anlagenbetreiber aus der EEG-Solidargemeinschaft verabschieden. Das ist selbstverständlich ein Täuschkörper-Argument. In Wahrheit diente das EEG dazu, Erneuerbare Energien wettbewerbsfähig zu machen. Jetzt, wo sie es sind und günstiger Strom produzieren als die konventionellen Energieträger, ist die EEG-Belastung auf den Eigenverbrauch ebenfalls völlig widersinnig und dient den Interessen der Energiekonzerne. Zum Glück sind Mini-Solar-Kraftwerke durch ihre geringe Leistung von der Sonnensteuer befreit. Sie fliegen sozusagen unter dem Radar.

Auch die überdurchschnittlichen Erzeugerpreise tragen im Übrigen ihren Teil dazu bei, dass mittlerweile nirgendwo in Europa der Strom teurer ist als in Deutschland, Tendenz steigend.

Quelle: Eurostat

Die kursierenden Prognosen für die nächsten Jahre sehen eine unveränderte Fortsetzung dieses Kurses vor. In den letzten zehn Jahren betrug die durchschnittliche Teuerung 2,7% pro Jahr. In unseren Berechnungen legen wir auch für die folgenden Jahre diesen Trend als lineare Konstante zugrunde.

Für die Rentabilität von Mini-Solar-Kraftwerken ist diese Entwicklung natürlich sehr vorteilhaft. Bereits heute lässt sich mit einem Mini-Solar-Kraftwerk auf die garantierte Lebensdauer gerechnet Strom für 6 Cent pro Kilowattstunde erzeugen. Zum Vergleich: Der Strompreis beim konventionellen Anbieter droht 2018 über 30 Cent zu steigen!

Weitere Faktoren

Neben dem Strompreis variieren auch der Ertrag und damit die Kosten für den selbst erzeugten Strom. Neben dem Anschaffungspreis und der Lebensdauer sind insbesondere die Leistung, die Ausrichtung der Solarmodule und der Eigenverbrauchsquotient bei der Rentabilität von zentraler Bedeutung.

Sowohl zur Auswahl des besten Kraftwerks für den eigenen Bedarf als auch zur optimalen Ausbeute findest du Artikel in unserem Mini-Solar-Blog. Informationen zu den Preisen und den Laufzeiten der Herstellergarantien findest du in unserem Mini-Solar-Ranking.

Für die Berechnung der Rentabilität haben wir neben konkreten Kraftwerksdaten wie Preis, Leistung und Garantiezeiten auch die Ergebnisse der Studie zum Eigenverbrauch bei Mini-Solar-Kraftwerken der Hochschule Rosenheim von 2017 einfließen lassen. Dabei haben wir uns auf eine minimale Leistung von 20% bei schlechter Ausrichtung sowie auf eine minimale Eigenverbrauchsquote von 60% festgelegt. Damit setzen wir mit Absicht schlechtere Werte als die Studie selbst an, denn in ihr wird nur ein Modul mit 250Wp verwendet, während wir Kraftwerke mit bis zu 600Wp im Ranking haben und über unseren Formularservice zur Zulassung freigeben. Das kann bei falscher Modulwahl die Eigenverbrauchsquote weiter senken.
Zudem berechnen wir die durchschnittliche Ersparnis der Kraftwerke immer nur innerhalb der niedrigsten Garantiefristen der Kraftwerkskomponenten. Damit wollen wir gewährleisten, dass die Resultate für den Nutzer tatsächlich zu erreichen sind.

Kalkulation

Wir haben das Sparpotenzial von Mini-Solar-Kraftwerken anhand eines konkreten Kraftwerks, das auch Teil unseres Rankings ist, aber aus Neutralitätsgründen hier nicht konkret bezeichnet wird, einmal durchgerechnet. Die Ergebnisse sind in der folgenden Grafik zusammengefasst.

In der Grafik wird schnell deutlich, welches große Potenzial in Mini-Solar-Kraftwerken steckt. Die durchschnittliche jährliche Rendite allein in diesem Beispiel beträgt 22%!

Natürlich liegt hier die Vermutung nahe, dass wir für das Rechenbeispiel ein Mini-Solar-Kraftwerk mit besonders guten Daten ausgewählt haben. Das stimmt auch. Dennoch ist das Beispiel realistisch, denn mit unseren Tipps und unserem Ranking kannst du ebenfalls das für dich beste Kraftwerk ermitteln und sein Potenzial ebenso voll ausschöpfen, wie in diesem Diagramm dargestellt.

Um aber alle Chancen und Risiken wirklich neutral darzustellen, haben wir uns für dich die Mühe gemacht und einmal alle fünfzig Angebote aus unserem Mini-Solar-Ranking in die Kalkulation aufgenommen. Dabei haben wir das ganze Spektrum der Optionen zugelassen: Vom überteuerten, schlecht ausgerichteten, senkrecht aufgeständerten Kraftwerk in der falschen Größe für das eigene Verbrauchsprofil bis zum günstigen, optimal ausgerichteten Kraftwerk mit höchster Eigenverbrauchsquote sind alle Möglichkeiten in die Berechnung eingeflossen.

Hier das Ergebnis:

Das Diagramm macht deutlich, dass die Spanne dessen, was man bei Mini-Solar-Kraftwerken richtig und was man falsch machen kann, sehr groß ist. Es gilt daher, sich bereits vor Kauf eines Kraftwerks umfassend zu informieren. Wenn du aber unsere Hinweise zur Auswahl des Kraftwerks und zu dessen optimaler Nutzung sowie die Informationen in unserem für registrierte Nutzer kostenlos verfügbaren Mini-Solar-Ranking berücksichtigst, wird sich dein Mini-Solar-Kraftwerk auf jeden Fall für dich lohnen!

Wenn du selbst schon Berechnungen darüber angestellt hast, wie sich dein Mini-Solar-Kraftwerk bezahlt macht, dann teile gerne deine Erkenntnisse in einem entsprechenden Kommentar unter diesem Beitrag!


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