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Balkonkraftwerke in der Mietwohnung

Balkonkraftwerke Mehrfamilienhaus
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Nicht immer hat der Vermieter mitzureden

Neben dem geringen bürokratischen Aufwand macht den Reiz des Balkonkraftwerks vor allem aus, dass es erstmals auch Mieter dazu in die Lage versetzt, aktiv an der Energiewende teilzunehmen. Das erhöht die Zahl potenzieller Energiewender-Haushalte um über 100%! Eine stolze Leistung. Allerdings bringt es auch Nachteile mit sich, wenn einem die Mauern, Geländer und Flächen nicht gehören, an oder auf denen man sein kleines Kraftpaket betreiben möchte. Nicht nur der Einfluss auf die Bausubstanz, etwa durch Anbohren von Mauern, sondern auch die Beeinträchtigung der Außenansicht des Gebäudes durch die Anbringung eines Balkonkraftwerks an der Balkonbrüstung o.ä. können den Vermieter oder die Hausverwaltung auf den Plan rufen und im Extremfall zu einer Abmahnung führen. Selbst der Betrieb im Mietergarten kann unter Umständen untersagt werden, wenn der Mietvertrag oder entsprechende Zusatzvereinbarungen dies vorsehen. Zum Glück gibt es allerdings für die meisten Fälle mittlerweile eine Lösung. Um diese soll es im Folgenden gehen.

Zunächst einmal gilt: Vermieter und Hausverwalter sind auch nur Menschen und bei Menschen ist Konsens der Königsweg. Es schadet also nicht, wenn man als werdender Kleinkraftwerksbetreiber zunächst einmal die Haltung der Entscheider in der Sache erfragt. Dabei ist es natürlich von Vorteil, wenn man sich vorher mit der Materie befasst und seine Argumente zurechtgelegt hat. Wir empfehlen hierzu unseren Artikel "In 3 Schritten zum Energieriesen", in dem es viele Hintergrundinformationen zum Thema gibt. Zudem ist es natürlich nie verkehrt, dem Entscheider überzeugend zu vermitteln, dass ein Haus mit Balkonkraftwerk als nachhaltiges und modernes Haus wahrgenommen wird, was sich positiv auf die Wohnungsnachfrage auswirken kann. Sollte man bereits offene Türen einrennen, gibt es natürlich noch das Sahnehäubchen einer auch optisch einheitlichen Gesamtlösung für alle Wohneinheiten des Gebäudes. Hierzu hilft auch ein Anruf bei Auxolar aus Berlin, welche bereits eine Reihe solcher Projekte verwirklichen konnten, oder auch bei Manfred Lehner aus der Nähe von Ulm, welcher auch das Projekt im Beitragsbild verwirklicht hat.

Aber auch wenn der Vermieter oder die Hausverwaltung auf Stur stellen, ist das eigene Kleinkraftwerk noch nicht vom Tisch, denn die Einspeisung an sich ist grundsätzlich nicht untersagt. In einigen Fällen hat es sich bewährt, Balkonkraftwerke in dem Fall umzutaufen. So gehen etwa Modelle mit besonders leichten und flexiblen Modulen wie das Sunman300-Balkonkraftwerk von Herr Strom, das extra schmale Flex Home-Set von der Sonnenrepublik, der coole Freddy von base.energy oder der schon vielerorts erhältliche LIGHTMATE B von EET, der auch bereits einen smarten Speicher beinhaltet, auch einfach als "Sichtschutz" durch. Auch kreativere Varianten wie die Solartische von iKratos oder die coolen Solar-Klapptisch-Varianten von Peter Frerkes oder gleich den solaren Gartenarbeitsplatz "Cube" von der p3-Werkstatt eröffnen weitere Optionen, genehmigungsfrei Kleinerzeugung am Mietobjekt zu betreiben.

Gerade wenn es um den Balkon geht, gibt es noch einen Weg, der sich bereits mehrfach bewährt hat: Die Platzierung des Kraftwerks auf dem Balkon. Da die Balkonfläche Teil des Mietobjekts ist, darf der Mieter damit im Rahmen der Bestimmungen des Mietvertrags verfahren wie er möchte. Da in selbigen meist kein Passus zur Energieerzeugung enthalten ist, stehen damit weitere Möglichkeiten offen.
Wer sich nun um das gemütliche Draußensitzen im Sommer sorgt, der kann sich entspannen: eine Hochkant-Aufständerung wie sie etwa bei Herr Strom angeboten wird oder bei Home-Solar-Modulen von Flex Energy bereits als Option der Universalaufständerung und beim Orbis SSG300 von BasSBa im Standard enthalten ist, reduziert die benötigte Fläche auf ein Minimum.

Balkonkraftwerk GestellWen der Platzverlust allerdings nicht stört und wer auch etwas handwerkliches Geschick mitbringt, der fährt mit einer bislang noch nicht kommerziell erhältlichen Lösung besser: dem Balkongestell. Es gibt bereits eine Vielzahl an Gestell-Versionen, die findige Tüftler selbst erdacht und konstruiert haben. Ob aus Holz oder Metall, der Fokus sollte dabei auf absolute Sicherheit und Stabilität liegen. Obwohl die Belastung durch Wind und Wetter auf den meist geschützten Balkons geringer ist, als bei der Anbringung außerhalb desselben, will man ja dennoch kein Risiko eingehen.

Für alle Heimwerker, die nun selbst ans Werk gehen möchten, findet sich bei YouTube eine gut verständliche und unterhaltsame Video-Anleitung von Florian Heisen, besser bekannt als "Der Maler".  Florian hat sie für das Gestell seines eigenen Balkonkraftwerks erstellt und die verwendeten Bauteile sowie die einzelnen Arbeitsschritte detailliert dokumentiert. Das Ergebnis ist ein solides Ständerwerk aus verzinkten Schwerlastregal-Profilen. Da wackelt nichts mehr. Schau dir das Video gerne mal an und dann nichts wie ran ans Werk! Florians Videos helfen bereits Millionen von Selbermachern bei ihren DIY-Projekten. Wenn du also begeisterter Hand- und Heimwerker bist, dann lass also gerne gleich ein Abo dort.

Wenn du dir hier die zündende Idee für dein Mini-Solar Projekt in der Mietwohnung geholt hast und dich fragst, was als nächstes zu tun ist, dann hilft dir unser Beitrag "In 3 Schritten zum Energieriesen" weiter.


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